KI-Stil
Wann eine Geschichte nach KI "riecht"
KIs neigen zu dreifachen Wiederholungen (Trikolon). Ständig. Oft. Zu oft. Und zu Relativierungen ("Er hob die Hand eine wenig zu langsam", "es roch fast zu streng ..."). Zu Satzfragmenten ohne Verb. Zu Schilderungen von Dingen, die nicht da sind ("Er sah keine Autos den Weg entlangfahren"). Und zu Wiederholungen von schon Gesagtem oder Geschildertem. Manchmal auch zur Vertauschung von Reihenfolgen, weil Token KI-intern oft anders strukturiert werden als zeitlich. Zu verunglücktem Show-don't-tell mit schrägem oder schematischem Ersatz für Gefühle ("sein Magen zog sich zusammen, sein Atem stockte und seine Hand zuckte ..."). Und sehr oft zu schrägen Metaphern, die keinen Sinn ergeben. Gelegentlich aber auch zu genialen Metaphern, auf die fast kein Mensch kommen würde.
Menschen machen das alles auch. Man kann nicht beweisen, dass eine Geschichte mit KI geschrieben wurde. Aber wenn das ständig in einem Text vorkommt, ist es auch kein guter Stil.
Weitere Merkmale von KI-Texten werden bei Wikipedia gelistet.
Wasserzeichen
OpenAI hat am 5. Oktober 2026 angekündigt, Textwasserzeichen für ChatGPT in der Europäischen Union einzuführen.
Wir führen Textwasserzeichen für Menschen ein, die ChatGPT in der EU nutzen, um die EU-KI-Verordnung einzuhalten. Dies entspricht auch unseren Zusagen im Rahmen des EU-Verhaltenskodex zur Transparenz KI-generierter Inhalte, den OpenAI zusammen mit mehreren anderen großen KI-Anbietern unterzeichnet hat.
In der EU wird bei Texten, die ChatGPT generiert, die zufällige Wortauswahl des Modells unsichtbar verändert, um die EU-KI-Verordnung einzuhalten.
textGrain ist die Technologie von OpenAI für Textwasserzeichen. Sie verändert geringfügig, wie das Modell beim Schreiben zufällig zwischen möglichen Wörtern oder Wortteilen auswählt. Über eine Textpassage hinweg entsteht dadurch ein Muster, nach dem ein Detektor suchen kann, auch nach manchen Bearbeitungen.
Das Wasserzeichen ist Teil der Formulierung selbst und beim Lesen nicht sichtbar. Es fügt keine versteckten Zeichen, unsichtbaren Leerzeichen oder ungewöhnlichen Satzzeichen hinzu. Textwasserzeichen unterstützen die Einhaltung der in der EU-KI-Verordnung vorgesehenen Pflicht, generierte Texte zu kennzeichnen.
Die Technologie heißt textGrain. Die Wortauswahl wird statistisch beeinflusst, sodass ein unsichtbares Erkennungsmuster entsteht. Laut OpenAI gilt: - ChatGPT-Texte in der EU werden mit textGrain gekennzeichnet. - Das Wasserzeichen ist nicht sichtbar. - Es enthält keine versteckten Zeichen oder speziellen Leerzeichen. - Die Erkennung kann auch nach manchen Textbearbeitungen funktionieren.
Was bedeutet das für Autoren? Nehmen wir an, du lässt ChatGPT ein Kapitel für einen Roman schreiben. Drei Fälle sind interessant: Fall A: Du übernimmst den Text unverändert. Dann könnte das Wasserzeichen nachweisbar sein. Fall B: Du überarbeitest den Text selbst, veränderst Dialoge, Formulierungen und Satzbau. Dann wird der Nachweis zunehmend schwieriger. Fall C: Du entwickelst Handlung, Figuren und Szenen gemeinsam mit ChatGPT, schreibst den eigentlichen Text aber selbst. Dann entsteht durch diese Zusammenarbeit kein automatisches Wasserzeichen in deinem selbst geschriebenen Text.