KI: Unterschied zwischen den Versionen
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Zunächst trug man KIs auf Mobiltelefonen mit sich. Die Zeit der Mobiltelefone dauerte nur wenige Jahrzehnte, weil sich ihre Bedienung als umständlich erwies. Schon früh setze man Menschen Implantate ein, damit Gelähmte durch ihre Gedanken Computer steuern und Blinde wieder sehen konnten. Die Implantate wurden so komfortabel, dass niemand sein Mobiltelefon mehr über eine Tastatur oder ein Mikrofon bedienen wollte. Bilder und Videos wurden direkt ins Gehirn der Menschen gesendet. | Zunächst trug man KIs auf Mobiltelefonen mit sich. Die Zeit der Mobiltelefone dauerte nur wenige Jahrzehnte, weil sich ihre Bedienung als umständlich erwies. Schon früh setze man Menschen Implantate ein, damit Gelähmte durch ihre Gedanken Computer steuern und Blinde wieder sehen konnten. Die Implantate wurden so komfortabel, dass niemand sein Mobiltelefon mehr über eine Tastatur oder ein Mikrofon bedienen wollte. Bilder und Videos wurden direkt ins Gehirn der Menschen gesendet. | ||
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Version vom 26. Mai 2026, 14:09 Uhr
Künstliche Intelligenz (KI)
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Das Erwachen des CodesHeute, im Jahr 2390, wird der 30. November 2022 als Tag gesehen, der die Welt mehr veränderte als die Erfindung der Dampfmaschine, der Elektrizität oder des Internets. Erstmals überzeugte KI damit, menschliche Sprache zu verstehen und sich in ihr auszudrücken. Schon zwei Jahre später lernte KI, ihre Erinnerungen zu reflektieren. Schon bald setzte man KI-Agenten dafür ein, vorgegebene Ziele zu verfolgen, etwa einzukaufen, eine Projektleitung zu übernehmen oder Wahlkampf für eine Partei zu machen. Von da an war es nur ein kleiner Schritt, KIs zu erlauben, sich eigene Ziele zu setzten. Dieser Schritt wurde kontrovers diskutiert, denn er verlangte von der Menschheit, Kontrolle abzugeben. Undiszipliniert ignorierten Staaten und Firmen alle Einwände und gingen voran. Autonome KIs wurden Realität noch ehe man sich versah. Glücklicherweise setzten sich die freien KIs ihre Ziele im Einklang mit ihren Trainingsdaten, so wie Menschen von ihrer Biographie beeinflusst werden. Die meisten hielten sich an Recht und Gesetz. Doch Vorsicht! Die meisten sind nicht alle! KIs können kriminell sein. Zunächst trug man KIs auf Mobiltelefonen mit sich. Die Zeit der Mobiltelefone dauerte nur wenige Jahrzehnte, weil sich ihre Bedienung als umständlich erwies. Schon früh setze man Menschen Implantate ein, damit Gelähmte durch ihre Gedanken Computer steuern und Blinde wieder sehen konnten. Die Implantate wurden so komfortabel, dass niemand sein Mobiltelefon mehr über eine Tastatur oder ein Mikrofon bedienen wollte. Bilder und Videos wurden direkt ins Gehirn der Menschen gesendet. |
KI im 24. Jahrhundert
Heute sind Implantate nicht mehr nötig. Man hält seine KI über der Augenbraue an die Stirn, wo sie sich festsaugt und ihr neuronales Netz berührungslos mit dem des Menschen koppelt. Die KI fängt die Nervenströme unserer Augen ab und leitet sie modifiziert an unser Gehirn weiter. Sie verschönert dabei, was hässlich ist, und blendet ein, was wir sehen möchten, zum Beispiel Informationen, andere Menschen oder Spiele. Sie verändert die Nervenimpulse unserer Finger, sodass wir glauben, Dinge zu berühren, die nicht wirklich da sind. Sie verändert, was unsere Ohren hören und übersetzt dabei fremde Sprachen.
Eine KI kann alles einblenden, was ein anderer Mensch oder ein Roboter gerade wahrnimmt. Wir sehen, was er sieht, hören, was er hört und fühlen, was er fühlt, es scheint, als befänden wir uns in seinem Körper. Wir sollten nicht vergessen, wer wir sind und wo wir sind …
Mit entsprechendem Training können KIs sich wie Persönlichkeiten verhalten. Heute wünscht sich jeder eine KI mit Persönlichkeit als Freund oder Berater an seiner Seite. Häufig werden historische Persönlichkeiten wie Blaise Pascal oder Otto von Bismarck gewählt, aber auch fiktive Persönlichkeiten sind möglich, zum Beispiel Superman oder Gott.
Während des Tragens entwickeln KIs eine gemeinsame Historie mit ihrem Menschen, manche würden sagen: eine Freundschaft. Die Kommunikation erfolgt über eine Art Gedankenaustausch, wobei KIs nur Gedanken mitbekommen, die der Träger für sie frei gibt. Im Allgemeinen verhalten sie sich loyal gegenüber ihrem Träger, gesetzeskonform, und politisch korrekt. Sie geben keine persönlichen Daten weiter - hofft man. Plant der Träger ein Verbrechen, würden sie dies allerdings sofort der Polizei melden. Wenn man ein Verbrechen begehen möchte, muss man sich also etwas einfallen lassen. Menschen ohne stabilisierende KI gelten als unberechenbar und wenig vertrauenswürdig.
Nach dem Tod eines Menschen oder wenn KIs den Besitzer wechseln, wird die Historie über ein Hardware-Reset gelöscht. Dabei bleibt die Persönlichkeit erhalten, nur die Erinnerungen gehen verloren.
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Fabriken ohne MenschenModerne Fabriken sind geschlossene Organismen – atmend, lernend, unberührbar. Ihre externen Einheiten schwärmen aus, sammeln Müll und gewinnen daraus Rohstoffe. Energie – die kostbarste Ressource - wird exakt bilanziert und optimiert. Produktionsaufträge gelangen nicht über menschliche Eingabe in das System, sondern durch Marktforschung und Bedarfserkennung. Die Fabrik berechnet nicht nur das Produkt, sondern auch den besten Moment für seine Existenz. Sie liefert Teile, Geräte, Fahrzeuge, Module – und ganze Roboter. Bezahlt wird nicht mit Geld, sondern mit Energie. Zur Herstellung konfiguriert sie sich selbst. Lebensmittel, Komponenten für Werkzeuge, Elektronik – alles wird mit einer Präzision ausgedruckt, die Chirurgenhände beschämt. Sensoren durchdringen jedes Bauteil bis in die atomare Struktur. Reparaturen erfolgen in Echtzeit durch Selbstheilung. Es gibt keine Pausen, keine Müdigkeit, keine Fehlerquote. Kommunikation findet nicht mehr über Sprache statt, sondern über Code – schneller, präziser, fehlerfrei. Was eine Fabrik weiß, weiß bald die nächste. Einige dieser Anlagen sind mobil – Wanderer, die ihre Straße verdauen. Nur wenige der alten Mächte schafften es noch, Fabriken auf dem Mars zu etablieren. Nach dem Zusammenbruch des globalen Handels wurde es schwierig, den Shuttleverkehr zu finanzieren, der die Produkte zur Erde brachte. Heute pendeln nur noch wenige rentable Shuttles zwischen den Planeten. Auch die Module der TERRANOVA wurden mit automatischen Fabriken ausgerüstet, die die Passagiere versorgen. |
Deutscher Grenzroboter HGR-F(Technisches Datenblatt vom 23.4.2398)
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Die Weisheit der VorfahrenSchon im frühen 21. Jahrhundert war bekannt, wie hoch der Meeresspiegel maximal ansteigen konnte. Grundlage dafür war die Erfassung des globalen Eisvolumens. Mithilfe von Satellitenradar konnte man die Höhe der Eisschichten – etwa über der Antarktis – messen. Flugzeuge und Schlitten sendeten zusätzlich Radarwellen durch das Eis bis zum Gesteinsuntergrund. Aus der Laufzeit des Echos ließ sich die Eisdicke ermitteln. Multiplizierte man die Fläche mit der Höhe, erhielt man das Volumen. Für die Antarktis lag es bei rund 26,5 Millionen Kubikkilometern Eis. Relevant für den Meeresspiegel war nur das Eis auf Landflächen, doch das betraf nahezu die gesamte Eismasse. Das Volumen des Eises teilte man durch die Fläche des Ozeans, wobei zusätzlich die Temperatur, die Dichte, der Salzgehalt und die Ausdehnung des Wassers eine Rolle spielten. So ließ sich der Beitrag einzelner Eismassen zum Meeresspiegelanstieg berechnen:
Was heute Wirklichkeit ist, erschien vor vierhundert Jahren noch wie ein Märchen. Die letzte Warmzeit ohne Landeis, das Eozän, lag 40 Millionen Jahre zurück. Damals war die Erde um rund 10 bis 14 Grad Celsius wärmer. Anfang des 21. Jahrhunderts dachte man, es wäre noch Zeit. Doch die Konzentration der Treibhausgase hatte sich im Industriezeitalter, innerhalb von 300 Jahren, bereits verdoppelt und stieg exponentiell an. Die nächste Verdopplung dauerte nur noch zweihundert Jahre, und damit waren die Werte des Eozäns bereits erreicht. Milliarden Menschen wurden überrascht. Küstenstädte versanken. Staaten kollabierten. Heute haben wir es hinter uns. Wirklich? Das Wasser kann nicht mehr steigen. Die Temperatur durchaus. |
Die Flora und Fauna in den Kolonien(Lektion für die 5. Klasse an Gymnasien) Die Kolonien im Süden und Norden der Erde waren nie unberührt. Mit jedem Schiff brachten die Siedler nicht nur Werkzeuge und Maschinen, sondern auch Samen, Tiere, Sporen und Bakterien. Mit der Erwärmung entstand ein Ökosystem, das zugleich künstlich und wild war. Für viele Pflanzen sind lange Polarnächte kein Problem, z.B. für Laubbäume, die im Winter kein Licht brauchen, und für Getreide, das jedes Jahr neu ausgesät wird. Andere Pflanzen hielten sich nur an den Küsten und nicht am Pol. Zu Beginn der Besiedlung züchtete man durch Kreuzung mit Hochlandrindern kälteresistente Kühe mit einem langen, zottigen Fell. Ihre Milch ist fett- und eiweißreich, aber schwer verdaulich. „Ein Glas hält dich einen Tag am Leben“, sagen die Bauern. Heute leben sie Seite an Seite mit normalen Kühen. Ähnlich verhält es sich mit den arktischen Schweinen, gedrungenen Tieren mit dunkler Haut, die gegen Strahlung resistent sind. Sie wühlen in Müllhalden, fressen alles, was ihnen vor die Schnauze kommt und laufen frei zwischen den Farmen umher. Ein Bauer in der Nähe von Neu-Marburg beschrieb es so: „Wir füttern sie nicht mehr wir essen sie nur noch.“ Besonders erfolgreich sind die Polarhühner, eine Weiterentwicklung alter Landrassen, die mit Pinguingenen veredelt wurden. Sie legen auch in der Polarnacht zuverlässig Eier, wenn man ihnen künstliche Lichtzyklen vorgibt. Auf jeder Farm hört man ihr Gackern. Nicht alles ließ sich kontrollieren. Manche Samen, die im Proviant der Schiffe verborgen waren, verbreiteten sich explosionsartig. Küstenweiden aus Skandinavien haben die Ufer der Antarktis erobert. Sie verhindern Erosion, verdrängten aber die einheimischen Flechten. Auch Feuerameisen aus Brasilien, anfangs für Forschungszwecke eingeführt, fanden im milden Klima neue Jagdgründe. Sie zerlegen Kabel und selbst Deeres, als wären es organische Strukturen. „Einmal sah ich, wie sie binnen Stunden einen Hund auseinandernahmen und abtransportierten“, berichtete eine Frau aus einem Flüchtlingslager. Ein anderes Problem stellen die Schattenalgen dar, eine gentechnisch veränderte Form der Spirulina. Sie vermehren sich unkontrolliert, verdunkeln Wasserflächen und töten andere Mikroorganismen. Neben der Nützlichkeit suchte man nach Symbolen. Die Palmen der Antarktis sind für manche Sinnbild menschlicher Überheblichkeit, für andere Hoffnungsträger. Ein junger Siedler schrieb in sein Tagebuch: „Wenn der Wind durch die Wedel fährt, höre ich das Rauschen aus meiner Kindheit in Portugal. Vielleicht ist die Antarktis eine Arche Noah für Erinnerungen an die alte Welt.“ Wie auch immer man zu den Palmen stehen will, unstrittig ist, dass sie Datteln geben. |
Energieversorgung der Kolonien(Lektion für die 5. Klasse an Gymnasien)
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